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So gehen Sie Samsung Bixby aus dem Weg – gar nicht so einfach

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Smartphone-Hersteller bieten ihre Geräte häufig nur mit vorinstallierten Apps an. Gerade der Samsung-Assistent Bixby verärgert viele Nutzer. Es gibt jedoch auch Smartphones, die ohne Bloatware auskommen.

App-Store, Browser, Kamera, Adressbuch. Viel mehr braucht es nicht, um ein Smartphone in Betrieb zu nehmen. Doch wer sich ein neues Gerät kauft, wird oft mit einer Fülle von vorinstallierten Apps, sogenannter Bloatware, überrascht. Kaum jemand nutzt diese Programme. Eine Online-Befragung der Verbraucherzentralen bestätigt: Mehr als 80 Prozent der Smartphone-Nutzer ab 16 Jahren rührt den überwiegenden Teil der bereits vom Hersteller aufgespielten Anwendungen nicht an.

Bloatware lohnt sich für Hersteller

Was Nutzer nervt, ist für Hersteller höchst lohnenswert. Denn die Konkurrenz unter Smartphone-Anbietern ist groß, am Verkauf der Geräte verdienen Hersteller kaum noch etwas. Es sind Deals mit Partnerunternehmen, die zusätzliche Einnahmen verschaffen.

So hat etwa Facebook mit Samsung und anderen Smartphone-Herstellern ein Abkommen darüber abgeschlossen, dass sie einige ihrer Geräte nur mit vorinstallierter Facebook-App anbieten. Und indem sie Word, Excel und andere Microsoft-Programme von vornherein auf ihren Geräten installieren, sparen sich Smartphone-Hersteller Lizenzzahlungen aus Patentansprüchen an Microsoft.

Viel interessanter ist es jedoch für Hersteller, eigenen Diensten zum Durchbruch zu verhelfen, indem sie sie ungefragt auf ihren Smartphones installieren. Marktführer Samsung etwa liefert seine Geräte seit zwei Jahren mit dem vorinstallierten Sprachassistenten Bixby aus, dem sogar eine eigene Taste am Gerät zugeteilt wurde.

Bixby, lösch dich!

Deutsche Nutzer scheinen mit dem Assistenten nicht viel anfangen zu können, zumal der Dienst erst seit Frühjahr dieses Jahres neben Englisch und Koreanisch auch Deutsch versteht. Umso ärgerlicher, wenn ein falscher Wisch übers Display oder ein versehentlicher Tastendruck immer wieder den digitalen Assistenten ins Spiel bringt.

Immerhin: Bixby lässt sich seit einiger Zeit zwar nicht gänzlich deaktivieren, aber doch zumindest stumm schalten und weitgehend aus dem Weg räumen. Dafür braucht man allerdings die aktuelle Version (mindestens 2.0.03.3). Außerdem muss man mit einem Samsung-Konto auf dem Smartphone angemeldet sein und den Bixby Sprachassistenten einrichten. Erst dann kann es weiter gehen. 

Die weiteren Schritte: 

  1. Starten Sie den Sprachassistenten über die Bixby-Taste und wischen Sie nach oben, um den Startbildschirm aufzurufen. 
  2. Tippen Sie nun auf die drei Punkte, um das Einstellungsmenü zu öffnen.
  3. Hier können Sie die Sprachaktivierung ausschalten. Außerdem sollte man die Schieberegler unter “Bei gesperrtem Telefon verwenen” und “Bixby-Diktierfunktion” nach links stellen.

In den Einstellungen kann man zudem angeben, dass Bixby nur durch zweimaliges Drücken der entsprechenden Taste geöffnet werden soll. Das verhindert ein versehentliches Öffnen des Assistenten. 

Bixby-Taste lässt sich neu belegen

Zusätzlich kann man festlegen, welche App sich alternativ öffnen soll, wenn man die Taste unter den Lautstärkereglern drückt. Das geht aber nur bei Samsung Galaxy S9 und S10. Bei älteren Geräten helfen Drittanbieter-Apps weiter. 

Bleibt noch der Personalisierungsdienst Bixby Home. Dieser öffnet sich normalerweise nach einem Wisch vom Startbildschirm nach rechts. Um auch das abzustellen, öffnen Sie die Startseite-Einstellungen und deaktivieren den entsprechenden Schalter. 

Eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier

Die Manipulationsmöglichkeiten sind ein Zugeständnis, das Samsung genervten Kunden macht. Ganz wird der Hersteller seinen digitalen Assistenten jedoch nicht von den Geräten verbannen. Dem Unternehmen zufolge verzeichnet Bixby in Deutschland erste Erfolge. Hierzulande werde der Assistent doppelt so häufig aufgerufen wie in anderen Ländern. Konkrete Zahlen nennt der Hersteller nicht.

Android One kommt ohne Bloatware aus

Wer auf vorinstallierte Apps ganz verzichten will, kann sich an Hersteller halten, die ihre Geräte mit dem Betriebssystem Android One ausstatten, einer modifizierten Version des Universalbetriebssystems Android. Bei Geräten mit Android One verzichten Hersteller auf Bloatware und umfangreiche Anpassungen des User-Interface, die Oberfläche ist geradlinig, übersichtlich und einfach zu verstehen. Das schlägt sich auch im Preis nieder, der bei diesen Smartphones in der Regel bei 200 bis 300 Euro liegt.

Android-One-Geräte bekommen mindestens zwei der jährlichen Upgrades auf neue Android-Versionen sowie drei Jahre lang Sicherheits-Updates, daher gelten sie zusätzlich als besonders sicher und sind auch im Business-Bereich gefragt. Einziger Haken: Wer auf Android One als Betriebssystem setzt, muss mit einer beschränkten Auswahl von Smartphones Vorlieb nehmen. 

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