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Das Xiaomi Mi 9T Pro mit Snapdragon 855

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Mit einer gewissen Regelmäßigkeit können wir euch hier im Blog mittlerweile immer mal wieder das eine oder andere Xiaomi-Smartphone vorstellen, da das chinesische Unternehmen weiterhin in ausgesprochen hoher Schlagzahl neue Geräte auf den Markt wirft. Nicht immer handelt es sich – wie damals beim Pocophone F1 – um wahre Überraschungs-Hits, häufiger erscheinen neue Geräte eher als minimal verbesserte Varianten ihrer Vorgänger.

So verhält es sich auch bei der Mi 9-Serie, von dem es inzwischen nicht nur das Mi 9 SE oder das Mi 9T gibt, sondern eben auch das Mi 9T Pro, das ich euch an dieser Stelle in einem Kurztest vorstellen möchte und aufzeigen will, wo überhaupt die Unterschiede zum einfachen Mi 9T liegen.

  • Modell: Mi 9T Pro
  • Display: 6,39 Zoll AMOLED, 2340 x 1080 Pixel, 19,5:9
  • CPU: QC Snapdragon 855 Octacore SoC 2,84 Ghz
  • RAM: 6, 8 Gigabyte LPDDR4
  • Speicher: 64, 128, 256 Gigabyte
  • Kamera: Hauptsensor: 48MP, Sony IMX582, f/1.75
    • Sekundär 1: 8MP f/2.4, 2-fach optischer Zoom
    • Sekundär 2: 13MP, f/2.4, 124,8° Ultra-Weitwinkel
    • Video: 4k60, 4k30, FHD60, FHD30, HD30 (HEVC / H.264)
  • Frontkamera: 20MP Pop-Up Kamera f/2.2 mit Saphirglas-Schutz
    • Video: FHD30, HD30 (HEVC / H.264)
  • Ausstattung: Fingerabdruckleser im Display, 3,5mm Klinke, Dual-GPS, Saphirglas, Wlan-ac, USB-Typ-C, NFC, Bluetooth 5.0
  • Farben: Flame Red, Glacier Blue, Carbon Fiber Black
  • Akku: 4.000 mAh, 27W Fast Charge (18-Watt-Adapter liegt bei)
  • Maße und Gewicht: 156,7 x 74,3 x 8,8 mm, 191 g

Wirft man einen groben Blick auf die Spezifikationen der beiden Geräte, so gleicht das Pro-Modell dem normalen Mi 9T (fast) wie ein Ei dem anderen. Dieselben Maße, dieselbe Hardware, dieselbe Software – na ja, fast eben. Denn im Mi 9T Pro werkelt als SoC ein Snapdragon 855 von Qualcomm, der so sonst nur in den teuren Android-Premiummodellen anderer Hersteller wie Samsung und Co. seine Arbeit verrichten darf. Damit rühmt sich das Mi 9T Pro natürlich gemeinsam mit seinen mindestens 6 GB Arbeitsspeicher auch mit mehr Performance im Alltag als es beim normalen Mi 9T der Fall ist. Ich würde dennoch so weit gehen und behaupten, dass man davon als Nutzer bei der Handhabung rein gar nichts mitbekommen wird – eventuell ein wenig beim Spielen von grafisch wirklich opulenten Titeln, bei denen der SD 730 des Mi 9T noch an seine Grenzen stoßen könnte.

Als Systemoberfläche begrüßt euch auch beim Mi 9T Pro die vom Hersteller bekannte MIUI-Oberfläche, auch hier in Version 10. Ich bevorzuge hier persönlich eher die Stock-Android-Oberfläche, also ohne die ganzen Anpassungen an der Optik und deutlich minimalistischer als diese immer noch recht bunte Ansicht von MIUI 10. Zu Android gehört für mich einfach ein App-Drawer und ich möchte geräteübergreifend ein möglichst gleichbleibendes Bedienerlebnis haben. Davon ab ist MIUI 10 auf dem Gerät rasend schnell und bietet die von Xiaomi bekannten Zusatzfeatures wie den Screenshot per Drei-Finger-Wischgeste und so weiter. Android 10 soll das Gerät ab Oktober dieses Jahres erhalten.

Die Haptik des Mi 9T Pro ist wie schon beim Mi 9T sehr gut. Das Gerät liegt wahnsinnig gut in der Hand, alle Tasten sind (für meine Hand) gut zu erreichen und zu bedienen. Dennoch ist das Gerät glatt “wie ein Aal” und sollte trotz Corning Gorilla Glass 5 mit einem Case geschützt werden. Xiaomi legt dem Mi 9T Pro aber dieses Mal nicht einfach ein simples, wabbeliges Gummi-Case bei, sondern ein anklemmbares Hartschalen-Case, das sich sehr gut anfasst und zumindest einfache Stürze und Stöße abkönnen sollte.

Dank seiner 4.000 mAh im Akku hält das Gerät außerdem ziemlich lange durch. An Tagen, an denen ich viel gezockt (natürlich wieder Pokémon GO) habe und sonst vor allem Social-Media-Dienste und YouTube für mich genutzt habe, kam ich mit dem Mi 9T Pro dennoch locker durch den Tag und hätte es zum frühen Abend des folgenden Tages wieder an den Strom hängen müssen. Ohne viel Daddelei und mit gelegentlicher Messenger-Nutzung/Telefonaten kommt man auch gut auf zwei bis zweieinhalb Tage Nutzung. Das finde ich nicht nur besonders begrüßenswert, sondern ich freue mich auch darüber, dass das Gerät (mit entsprechendem, optional erhältlichen Adapter) mit bis zu 27 Watt geladen werden und so dank Schnelllade-Technologie bereits nach einer halben Stunde Laden schon wieder genug Saft für die kommenden Stunden des Tages vorhanden ist. Dem Gerät liegt von Werk aus “nur” ein 18-W-Adapter zum Laden bei, kabellos geladen werden kann das Gerät leider nicht.

Der Fingerabdruckleser (FAL) im Display des Geräts entspricht genau dem Eindruck, den Caschy bereits beim Mi 9T beschrieben hat: Er ist nicht schlecht, reagiert aber im Vergleich zu anderen Smartphones doch auffallend langsamer und erkennt den aufgelegten Finger je nach Auflegewinkel nicht immer sofort. Langsam ist auch die Pop-Up-Kamera für Selfies, die ja parallel auch für das Entsperren per Gesichtserkennung genutzt werden kann. Das Erkennen klappt recht gut, das Ausfahren der Kamera ist aber dann doch so träge, dass ich auch dazu übergegangen bin, den FAL im Display zu nutzen.

Auch zum Display selbst kann ich mich erfreulich kurz fassen, denn es ist nun einmal genau dasselbe wie schon beim Mi 9T und damit ein erfreulich farbstarkes AMOLED-Display, das auch bei starker Sonneneinstrahlung dank bis zu 600 nits Helligkeit noch recht gut zu erkennen ist.
Kommen wir zum Ausstattungsmerkmal, das für viele heutzutage beim Kauf eines neuen Smartphones immer wichtiger wird: die Kamera. Im Vergleich zum ursprünglichen Xiaomi Mi 9 besitzen sowohl das Mi 9T als auch das Mi 9T Pro einen schwächeren Weitwinkel-, aber auch Telesensor, was man im direkten Vergleich wohl sicher im Detail auch bemerken könnte.

Auf der anderen Seite ist man bei Xiaomi mittlerweile den Fortschritten sei Dank auch schon so weit, dass die installierten Kameras wirklich sehr gute Fotos produzieren. Das ist auch beim Mi 9T Pro nicht anders. Fotos in normal hellen Umgebungen sind detailliert und scharf, wo auch der schnelle Autofokus seinen Teil zu beiträgt. Wechselt man von der 12MP- auf die optionale 48MP-Einstellung der Kamera, so werden die Bilder mit mehr Details aufgenommen, was vor allem beim Zoomen von Vorteil ist. Der Weitwinkelsensor macht schon recht überzeugende Aufnahmen, verzerrt aber wie so oft recht deutlich an den Motivrändern. Hier geht es zum Album mit Aufnahmen, die ich in den unterschiedlichen Modi des Mi 9T Pro erstellt habe.

Der Nachtmodus der Kamera sorgt zwar für hellere Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen, bringt aber auch mehr Rauschen als ohne Nachtmodus ins Bild. Porträtfotos sind auch möglich, hier arbeitet die Software schon sehr gut, aber dennoch sind gerade bei komplexen Motiven wie Pflanzen oder Haaren immer wieder nicht unscharf gestellte Bereiche zu erkennen.

Der hintere Teil der Pflanze wird von der Software zu sehr weichgezeichnet, der vorstehende Part sieht wie reingeschnitten aus.

Was mich in einigen Aufnahmen aber viel mehr stört ist, wie der Fokus das eine oder andere Mal dafür sorgt, dass Objekte im direkten Hintergrund des Hauptmotivs oftmals sehr unrealistisch stark unscharf aufgenommen werden. Das kann aber natürlich auch nur subjektives Empfinden sein. Im Gegensatz zur Kamera des Mi 9T kann das Mi 9T Pro aber genau wie das ursprüngliche Mi 9 Videoaufnahmen mit bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde erstellen. Das Mi 9T schafft hier nur 4K bei 30 Bildern pro Sekunde.

Natürlich habe ich das Mi 9T Pro auch zum Telefonieren und Musikhören benutzt. Hier kann ich Caschys Eindruck vom Mi 9T vollends bestätigen: Der Klang geht soweit in Ordnung, aber ab Lautstärken jenseits der 75-80 Prozent der Lautstärkeregelung tritt dann doch eine gut wahrnehmbare Verzerrung beim Lautsprecher auf, was sicherlich den einen oder anderen von euch stören wird, sofern ihr eure Musik entsprechen laut darüber hören wollt. Meine Gesprächspartner beim Telefonieren haben mir auch beim Mi 9T Pro attestiert, dass ich sehr gut wahrgenommen werden konnte. Auch ich hatte einen störungsfreien Klang, der Empfang machte keine Probleme. Natürlich unterstützt das Gerät ebenfalls VoLTE und HD Voice.

Halten wir also am Ende mal fest: Das Mi 9T Pro kostet derzeit um und bei 430 Euro in der 6 GB RAM/128 GB Speicher-Ausführung, das Mi 9T mit etwas schwächerem Prozessor und „nur“ Videos in 4K/30 liegt parallel bei gleicher Speicherausstattung bei rund 370 Euro. Ob allein der Snapdragon 855 für euch am Ende wirklich den preislichen Unterschied rechtfertigen kann, bleibt euch überlassen.

Ich würde den Aufpreis persönlich wohl zahlen, zumal die Kamera dann zwar noch immer etwas schwachbrüstiger als die des Mi 9 daherkommt, ihr mit dem Mi 9T Pro aber dennoch 4K-Videos bei 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen könnt. Negativ bewerten würde ich hier (meiner Meinung nach) MIUI 10 als Oberfläche, das fehlende Qi-Charging und die Tatsache, dass die Kamera zwar schon sehr gut ist, die Software aber dennoch hin und wieder den automatischen Fokus nicht wirklich nachvollziehbar platziert. Doch all das ist Meckern auf hohem Niveau, das Mi 9T Pro bleibt dennoch ein wirklich gutes Gerät mit aktueller Hardware zu einem guten Preis (399 Euro für das kleinste Modell mit 6 GB RAM/64 GB Speicher).

Das Gerät wurde uns durch Gearbest zur Verfügung gestellt.


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