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Politik

Trudeau: Skandal um Kanadas Regierungschef – „rassistisch“ verkleidet

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Ausland Blackfacing-Skandal

„Arabisches“ Make-up setzt Kanadas Premier Trudeau unter Druck

| Lesedauer: 2 Minuten

Trudeau entschuldigt sich für „Brownface“-Foto

Mitten im Wahlkampf muss sich Kanadas Premier mit einer Kontroverse herumschlagen. Es geht um ein Foto, das ihn vor fast 20 Jahren mit dunkel geschminktem Gesicht bei einer Party zeigt.

Kanadas sonst beliebter Regierungschef Justin Trudeau muss sich „verstörendes“ Verhalten vorwerfen lassen. Er war dunkel geschminkt als Orientale zu einem Kostümball gegangen. Vor 18 Jahren. Das bedauert er nun. Denn es ist Wahlkampf.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau ist gebildet und schlagfertig. Er wirkt sympathisch und sieht auch noch in den Augen vieler gut aus. Kurz: Trudeau ist fast jedermanns Darling. Oder besser: Er war es.

Nun steht der Premier heftig unter Druck, er hat sich öffentlich dafür entschuldigt, vor 18 Jahren bei einem Kostümabend einer Privatschule mit braun geschminkter Haut aufgetreten zu sein. Thema des Abends sei „Arabische Nächte“ gewesen, sagte Trudeau am Mittwoch.

Er habe mit seinem Auftritt in orientalischer Verkleidung „einen Fehler gemacht“, der ihm „zutiefst leid“ tue. Aus heutiger Sicht sehe er ein, dass seine Verkleidung „rassistisch“ gewesen sei.

Das Magazin „Time“ hatte zuvor ein Schwarz-Weiß-Foto veröffentlicht, das den damals 29-jährigen Trudeau 2001 mit Turban und langem Gewand sowie dunkel geschminkter Haut bei einer Feier an der West Point Grey Academy zeigt, wo er damals lehrte.

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Die Veröffentlichung fällt mitten in den Wahlkampf in Kanada, wo in gut vier Wochen ein neues Parlament gewählt wird. Die Praxis des sogenannten Blackfacing, bei der dunkel geschminkte Weiße zum Beispiel auf der Bühne oder der Leinwand die Rollen von Schwarzen übernehmen, ist in Nordamerika heftig umstritten.

Jagmeet Singh von der Oppositionspartei New Democratic Party kritisierte Trudeaus Verhalten als „verstörend“ und „beleidigend“. Trudeaus Rivale Andrew Scheer von der Konservativen Partei warf dem Premierminister „Mangel an Urteilsvermögen und Integrität“ vor. Trudeau sei nicht geeignet, das Land zu regieren.

Trudeau kämpft um seine Wiederwahl. Seine Aussichten werden bereits durch eine Affäre um politische Einflussnahme und Korruption getrübt. Die Ethikkommission des Parlaments hatte den liberalen Regierungschef im vergangenen Monat gerügt und ihm vorgeworfen, in der Affäre um den Baukonzern SNC-Lavalin Einfluss auf die Ermittlungen genommen zu haben.

Premier Trudeau läutet Wahlkampf in Kanada ein

Die Parlamentswahl in Kanada ist für den 21. Oktober festgesetzt. Ministerpräsident Justin Trudeau wies die obligatorische Auflösung des Abgeordnetenhauses an. Trudeau setzt aktuell ein Skandal um Ermittlungen gegen eine kanadische Firma wegen Korruption zu.

Trudeau und seine Vertrauten übten demnach auf unzulässige Weise Druck auf die damalige Justizministerin Jody Wilson-Raybould aus, um SNC-Lavalin vor Strafverfolgung zu schützen.

Der Skandal um den Baukonzern hatte Trudeaus Regierung im Frühjahr in eine Krise gestürzt. Justizministerin Wilson-Raybould, Haushaltsministerin Jane Philpott und zwei ranghohe Parteivertreter aus Trudeaus Umfeld traten zurück.

Wilson-Raybould berichtete später, sie sei von Regierungsvertretern dazu gedrängt worden, die Staatsanwaltschaft von einer außergerichtlichen Einigung zu überzeugen.

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