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Gesundheit

Neues Influenza-Virus mit hoher Anpassungsfähigkeit entdeckt!

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Influenza-Viren aus Fledermäusen sind anpassungsfähiger als gedacht

Forschende aus Deutschland und den USA haben festgestellt, dass ein in Fledermäusen entdecktes Influenza-Virus eine überraschend hohe Anpassungsfähigkeit besitzt. Es wird auch eine Ansteckungsgefahr für Menschen vermutet.

Es ist schon lange bekannt, dass sich Influenza-Viren ständig verändern und häufig neue Varianten bilden. Durch diese Änderungen kann man sich im Laufe seines Lebens öfter mit Grippe infizieren und erkranken. Ein internationales Forscherteam hat nun festgestellt, dass ein Influenza-Virus aus Fledermäusen eine überraschend hohe Anpassungsfähigkeit besitzt. Die Übertragungseffekte zu anderen Tieren und Menschen seien aber noch schwer einschätzbar.

Eine Animation von Grippeviren
Forscher haben festgestellt, dass ein in Fledermäusen entdecktes Influenza-Virus deutlich anpassungsfähiger als gedacht ist. Es bestehe auch ein mögliches Ansteckungsrisiko für Menschen. (Bild: zuki70/fotolia)

In Fledermäusen entdecktes Influenza-Virus

Forschende des Universitätsklinikums Freiburg, des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) sowie der US-amerikanischen Colorado State University und Kansas State University haben das Infektionspotential des in Fledermäusen entdeckten Influenza-Virus H18N11 untersucht. Wie es in einer Mitteilung heißt, wies dieser Virustyp eine überraschend hohe Anpassungsfähigkeit auf, welche die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf weitere Tierarten und Menschen schwer vorhersagbar macht. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Microbiology“.

Veränderungen fördern die Verbreitung der Viren

„Influenza-Viren besitzen generell eine hohe Mutationsrate“, erklärte Prof. Dr. Martin Schwemmle, Studien- und Forschungsgruppenleiter am Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg. „Dennoch waren wir überrascht, in wie kurzer Zeit Viren des Typs H18N11 in Zellkultur genetische Veränderungen entwickeln.“ Insbesondere stellten die Wissenschaftler Veränderungen fest, die die Verbreitung des Virus fördern. Sie fanden dabei Belege für die bislang unbekannte Funktion des viralen, Neuraminidase-ähnlichen Proteins: Indem es die Konzentration des Immunproteins MHC-II an der Zelloberfläche reguliert, ermöglicht es eine effiziente Freisetzung infektiöser Viren aus infizierten Wirtszellen.

Mögliches Ansteckungsrisiko für Menschen

Prof. Dr. Schwemmle beurteilt das mögliche Ansteckungsrisiko des Influenza-Virustyps H18N11 für Menschen vorsichtig optimistisch: „Frettchen haben sich als Tiermodell für die Übertragungswahrscheinlichkeiten anderer Influenza-Viren auf Menschen bewährt. Wenn das auch für unseren Virus-Typ der Fall ist, gibt es unseres Wissens keine Anzeichen für ein relevantes Infektionsrisiko. Eine natürliche Übertragung ist aber nicht auszuschließen. Besonders schwierig ist die Risiko-Einschätzung aufgrund der hohen genetischen Anpassungsfähigkeit des Virus.“

Die exakte Funktionsweise des Neuraminidase-ähnlichen Proteins, sowie die Anpassungsfähigkeit des Virustyps H18N11 an weitere Rezeptoren, die einen Eintritt in Wirtszellen ermöglichen könnten, wird von den Forschenden um Schwemmle derzeit in detaillierten Folgestudien untersucht.

Erst vor wenigen Monaten hatten Wissenschaftler der Universität Zürich (UZH) von einem neuen Virus vom Typ Influenza berichtet, das in Fledermäusen grassiert. Diese Viren besitzen das Potenzial, auch Menschen und Nutztiere zu infizieren. „Nachgewiesen wurden solche Infektionen bisher noch nicht. Unsere Ergebnisse zeigen aber, dass die Viren diese Fähigkeit grundsätzlich haben“, erläuterte die Studienverantwortliche Silke Stertz vom Institut für Medizinische Virologie der UZH in einer Mitteilung. (ad)

Quellen:

  • Universitätsklinikum Freiburg: Influenza-Viren anpassungsfähiger als gedacht, (Abruf: 18.09.2019), Universitätsklinikum Freiburg
  • Nature Microbiology: Bat influenza viruses transmit among bats but are poorly adapted to non-bat species, (Abruf: 18.09.2019), Nature Microbiology
  • Universität Zürich: Influenzaviren von Fledermäusen könnten auf Menschen überspringen, (Abruf: 18.09.2019), Universität Zürich

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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