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Gesundheit

Demenz-Risiko erhöht durch nicht behandelten Hörverlust

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Wird ein Hörverlust nicht therapiert, erhöht sich das Demenz-Risiko

Weltweit sind derzeit rund 46 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Nach aktuellen Prognosen steigt die Zahl von Menschen mit Demenz in Deutschland bis 2050 auf rund 3 Millionen. Mit zahlreichen Aktionen klären Alzheimer-Gesellschaften und Selbsthilfegruppen zum Welt-Alzheimertag am 21. September über Demenzerkrankungen auf und informieren, wie Betroffene sowie ihre Familien Hilfe finden können.

Unbehandelte Schwerhörigkeit kann Demenz-Risiko begünstigen

Die Ursache einer Demenzerkrankung liegt in einem Großteil der Fälle an Krankheiten des Gehirns, bei denen aus teilweise noch unbekannten Gründen Nervenzellen allmählich verloren gehen (z. B. an der Alzheimer-Krankheit), doch kann einem Teil der Erkrankungen vorgebeugt werden. Zahlreiche Studien belegen einen Zusammenhang zwischen unbehandelter Schwerhörigkeit und Demenz. Demnach sind nicht alle Risikofaktoren einer Demenzerkrankung genetisch – manche lassen sich als sogenannte modifizierbare Faktoren durchaus beeinflussen. Hörverlust ist der größte modifizierbare Faktor, um einer Demenzerkrankung vorzubeugen. Laut einer jüngst veröffentlichten Untersuchung von knapp 115.000 Personen über 66 Jahre kann das Tragen von Hörgeräten das relative Risiko einer Demenzdiagnose (inkl. Alzheimer) um 18 Prozent senken.

Bei Nichtbehandlung eines Hörverlustes droht Demenz! (Bild: Supak/fotolia.com)

Auch, wenn die kausalen Zusammenhänge noch nicht abschließend geklärt sind, ist die Korrelation von unbehandelter Schwerhörigkeit und steigendem Demenzrisiko deutlich. Eine Erklärung hierfür ist, dass durch eine Schwerhörigkeit weniger akustische Signale im Gehirn verarbeitet werden, was die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Auch die dauernde Belastung durch starke Konzentration auf das Hören kann zu einer Vernachlässigung anderer Hirnfunktionen führen.

Folgen eines unbehandelten Hörverlusts weitgehend unbekannt

Dass eine unbehandelte Schwerhörigkeit neben einem erhöhten Demenz-Risiko weitere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann, ist den wenigsten bewusst: Laut der EuroTrak-Studie 2018 ist ein Zusammenhang zwischen schwindendem Hörvermögen und Demenz für 11 Prozent der Befragten denkbar.

„Unversorgte Schwerhörigkeit erhöht nicht nur das Risiko schwerwiegender Folgeerkrankungen wie Depression oder Demenz, sondern lässt auch das Unfallrisiko durch Stürze und die Gefahr sozialer Vereinsamung steigen,“ erläutert Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Hörgeräte-Industrie (BVHI): “Es geht bei der Versorgung von Schwerhörigkeit um weit mehr, als nur gut zu hören.“

Prävention mit regelmäßigen Hörtests – auch schon in jungen Jahren

Zur Vorbeugung von Folgeerkrankungen empfehlen Experten einen regelmäßigen Hörtest, nicht erst im hohen Alter. Nach Zahlen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. sind etwa 24.000 Menschen in Deutschland bereits vor ihrem 65. Geburtstag von Demenz betroffen. Frühzeitig einen Hörtest bei einem HNO-Arzt oder Hörakustiker zu machen hilft daher nicht nur, das Hörvermögen auch im Alter zu bewahren. Menschen mit einer vom Hörakustiker professionell versorgten Schwerhörigkeit bleiben im Alter geistig fitter, sozial eingebunden und erhalten ihre Lebensqualität.

Weltweit sind derzeit rund 46 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Nach aktuellen Prognosen steigt die Zahl von Menschen mit Demenz in Deutschland bis 2050 auf rund 3 Millionen. Mit zahlreichen Aktionen klären Alzheimer-Gesellschaften und Selbsthilfegruppen zum Welt-Alzheimertag am 21. September über Demenzerkrankungen auf und informieren, wie Betroffene sowie ihre Familien Hilfe finden können. (sb)

Quellen:

  • Gill Livingston, et al.: Dementia prevention, intervention, and care; in The Lancet Commissions, Volume 390, ISSUE 10113, P2673-2734, 16. Dezember 2017, The Lancet
  • Elham Mahmoudi, et al.: Can hearing aids delay time to diagnosis of dementia, depression, or falls in older adults?, in Journal of the American Geriatrics Society; 04. September 20192019, Journal of the American Geriatrics Society

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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