Connect with us

Gesundheit

Blutdruck- und Cholesterinwerte wirken auf die Lebenserwartung

Published

on

Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch moderate Blutdruck- und Cholesterinwerte reduzieren

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind längst zum Volksleiden geworden. Solche Krankheiten können die Lebensqualität und -erwartung deutlich einschränken. Doch das Risiko für Herz- und auch Gefäßerkrankungen kann dramatisch gesenkt werden, wenn Blutdruck- und Cholesterin-Werte lebenslang moderat gehalten werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, an der auch Prof. Dr. Ulrich Laufs, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig beteiligt war.

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen und Männern die häufigste Todesursache“, erklärt der Leipziger Kardiologe in einer Mitteilung. „Das ist niederschmetternd. Denn Herzinfarkte und Schlaganfälle können durch anhaltend niedrige Werte bei Blutdruck und LDL-Cholesterin weitgehend vermieden werden“, so der Mediziner. Das hat eine Studie von Brian Ference von der Universität Cambridge unterstrichen, an der Prof. Dr. Laufs beteiligt war. Die Arbeit „zeigt, dass schon eine geringe, aber dauerhafte Senkung von systolischem Blutdruck und LDL-Cholesterin das kardiovaskuläre Erkrankungsrisiko hochsignifikant senkt.“

Arzt misst Blutdruck
Laut einer neuen Studie wird das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen drastisch gesenkt, wenn Blutdruck- und Cholesterin-Werte lebenslang moderat gehalten werden. (Bild: stokkete/fotolia.com)

Bluthochdruck ist die häufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung

Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sind vier von zehn Todesfällen in Deutschland auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. In anderen Industrienationen ist dies ähnlich. „Auch wenn das Spektrum der Herz-Kreislauf-Erkrankungen breit ist, so sind es einige wenige Erkrankungen, die den größten Anteil daran ausmachen. Der Bluthochdruck ist die mit Abstand häufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung“, berichtet das Ministerium in einem Dossier. Etwa 20 Prozent aller Erwachsenen sind von Hypertonie betroffen. Im Alter liegt die Quote noch deutlich höher.

Die Nummer zwei unter den Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist demnach die koronare Herz-Erkrankung, eine von mehreren Erscheinungsformen der „Arterienverkalkung“ oder Atherosklerose. Mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Und etwa zwei Millionen Deutsche leiden an chronischem Herzversagen oder Herzinsuffizienz, einer Erkrankung, bei der die Pumpleistung des Herzens immer weiter nachlässt.

Werte müssen das ganze Leben lang niedrig sein

Auch in Großbritannien gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Todesursachen. Die Forschenden um Brian Ference von der Universität Cambridge haben für die Studie Daten von über 400.000 Briten ausgewertet, die in einer Biobank gesammelt sind. Die Teilnehmenden waren durchschnittlich 65,2 Jahre alt; 54 Prozent waren Frauen.

Bemerkenswertes Ergebnis der Studie: Wenn der LDL-Cholesterinspiegel lebenslang um 39 mg/dl (1 mmol/l) und gleichzeitig der systolische Blutdrucks um 10 mmHg gesenkt werden, ergibt sich ein um 80 Prozent niedrigeres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und ein um 68 Prozent niedrigeres Risiko für einen kardiovaskulär verursachten Tod. Bereits bei dauerhafter Abnahme des Cholesterins um 15 mg/dl und des Blutdrucks um 5 mmHg halbiert sich das Erkrankungsrisiko.

„Der Knackpunkt ist, dass die Werte lebenslang niedrig sein müssen“, sagt Prof. Ulrich Laufs. „Die Patienten, die zu uns kommen, sind aber meist schon in der fünften oder sechsten Lebensdekade oder noch älter. Dann haben Blutdruck und Cholesterin schon ein halbes Jahrhundert auf die Innenwände der Gefäße eingewirkt. Von Bedeutung ist also rechtzeitig zu messen und vor allem rechtzeitig Maßnahmen zur Blutdruck- und Cholesterin-Kontrolle zu ergreifen. Hierzu gehören an erster Stelle körperliche Aktivität und das Nicht-Rauchen, manchmal auch Medikamente.“

Vielleicht könnte bereits im Kindes- und Jugendalter bei den sogenannten U-Untersuchungen auch auf diese Werte geachtet werden. Prof. Laufs zufolge ist die aktuelle Studie aus Cambridge geeignet, eine solche Diskussion befeuern. (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Continue Reading
Click to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *