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Boris Johnson sagt Brexit-PK in Luxemburg ab : „The Sun“ schreibt von Hinterhalt

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Ausland Brexit-Pk-Absage in Luxemburg

„The Sun“ schreibt von „Hinterhalt“ – Streit um leeres Johnson-Pult

| Lesedauer: 3 Minuten

Johnson lässt Bettel bei Pressekonferenz alleine dastehen

Im Ringen um einen Deal mit der EU reiste Boris Johnson für Gespräche nach Luxemburg. Neben Kommissionspräsident Juncker traf er auch Luxemburgs Ministerpräsidenten Bettel. Die gemeinsame Pressekonferenz ließ der britische Premier jedoch platzen.

Wieder keine Zugeständnisse beim Brexit und dann auch noch die Aussicht auf Zwischenrufer: Boris Johnson ließ die Pressekonferenz mit Luxemburgs Regierungschef ausfallen. Xavier Bettel jedoch stellte sich demonstrativ neben das leere Pult.

Ein Pult auf dem Podium blieb leer: Der britische Premierminister Boris Johnson hat bei seinen Brexit-Gesprächen in Luxemburg eine geplante Pressekonferenz mit Regierungschef Xavier Bettel ausfallen lassen.

Bettel trat nach einem Treffen mit Johnson am Montagnachmittag alleine vor die beiden vorbereiteten Stehtische mit der britischen, der EU- und der luxemburgischen Flagge. Offiziell hatte Johnson seine Absage mit einer zeitgleich zur Pressekonferenz stattfindenden Demonstration von Brexit-Gegner begründet – offenbar wollte der Premier nicht öffentlich ausgepfiffen werden.

Der britische Premier selbst verwies darauf, dass es gegenüber Bettel unfair gewesen wäre, die Standpunkte vor so einer Geräuschkulisse auszutauschen. Womöglich hat aber auch eine Rolle gespielt, dass Johnson auch bei diesem Gespräch keine neuen Zugeständnisse für den EU-Ausstieg seines Landes einsammeln konnte.

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Der anschließende demonstrative Alleinauftritt des Luxemburgers, der die Briten dann auch noch vom Pult aus belehrte – „Die Uhr tickt. Nutzen Sie Ihre Zeit weise“ – kam jedoch in Großbritannien nicht gut an und wurde teils sogar als Demütigung empfunden.

Das Bild vom leeren Rednerpult wurde von Brexit-Anhängern als Sinnbild des zerrütteten Verhältnisses zwischen der Staatengemeinschaft und dem Vereinigten Königreich gesehen. Die „Remainer“ hingegen sahen es als erneuten Beleg dafür, wie starrköpfig Johnson vorgehe und wie sehr er Großbritannien weiter isoliere. Der britische „Mirror“ will wiederum wissen, dass Johnson angesichts der Demonstranten Bettel um eine Verlegung der Pressekonferenz nach drinnen gebeten habe, Bettel dies jedoch abgelehnt habe. Es gebe angeblich keinen Raum, der groß genug gewesen wäre, hieß es angeblich vonseiten der Luxemburger.

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Stattdessen ließ sich Bettel dann von den Brexit-Gegnern für seine Rede feiern, indem er erneut den irischen Backstop verteidigte und darauf verwies, dass das bereits ausgehandelte Abkommen das einzig mögliche Szenario für einen Ausstieg sei. „Der Brexit ist nicht meine Entscheidung“, sagte Bettel, der sich regelrecht in Rage redete und dafür immer wieder Applaus der Brexit-Gegner bekam. „Ich bedauere ihn zutiefst.“ Die Briten könnten jetzt aber nicht die EU dafür verantwortlich machen, „dass sie aus dieser Situation nicht herauskommen“. Später sprach Bettel noch von „Chaos“.

Und dann auch noch Guy Verhofstadt

Die britische „Sun“ schreibt, die Pressekonferenz sei ein „Hinterhalt“ gewesen, und lässt einen Brexit-Anhänger zu Wort kommen: „Ich wollte einen No-Deal-Brexit nie so sehr wie jetzt“. Die britischen Boulevardzeitungen wie etwa die „Daily Mail“ sammeln einen Tag nach dem Eklat vor allem die Memes und satirischen Überspitzungen aus dem Internet ein.

Unter anderem wird Johnson in Anlehnung an dem von ihm selbst gewählten Vergleich mit dem Superhelden „Hulk“ („Je wütender Hulk wird, desto stärker wird Hulk“) als „Sulk“ verspottet („to sulk“ bedeutet im Englischen „schmollen“, beziehungsweise beleidigt sein).

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Dass aber mit dem Belgier Guy Verhofstadt ausgerechnet ein EU-Parlamentarier sich diese Beleidigung umgehend zu eigen machte – Er nannte Boris Johnson „The Incredible Sulk“ –, dürfte die Brexit-Gegner wiederum nur weiter in ihrer Ablehnung befeuert haben.

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