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Mode

Mailand Fashion Week: Prada, Fendi und Jil Sander

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Zeitlosigkeit und Eleganz sind die Schlüsselwörter für Miuccia Pradas neue Frühjahrskollektion. In ihrer Fondazione Prada liefen die Models am Mittwoch über einen Boden aus bunten, zu grafischen Mustern arrangierten Fliesen. Die Hausherrin setzt 2020 auf zeitlose Klassiker: Kostüme, Anzüge und Mäntel designte sie mit breiten Revers im Siebzigerlook, um ihnen das gewisse modische Etwas zu verleihen. Die Röcke sind wieder länger und reichen bis auf wenige Ausnahmen alle über das Knie. Die tiefen Ausschnitte sind komplett verschwunden, die Logos und die Funktionskleidungsoptik ebenfalls.

Im Gegensatz zur vorherigen Frühjahrskollektion sind die Farben zurückgenommen, hier und da leuchtet es orange, ein Kostüm glänzt golden, ein schulterfreies Kleid schimmert in grüner Seide. Akzente setzt Prada mit weißen Knöpfen und Kragen. Statt großflächiger Blumenprints gibt es diesmal Stickereien, wobei sich die Ornamentik auf die Blätter beschränkt. Strickkombinationen sind im Mustermix gestylt.

“Eine Kollektion aus grundlegenden Kleidungsstücken, die für lange Zeit ein Muss bleiben”, so Prada. Hinter der Ansage verbirgt sich auch die Hoffnung, mit dieser Kollektion eine Wende einzuläuten. Die 70-Jährige möchte nicht weniger als “den enormen Rhythmus der Mode aufhalten”. Ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft. Genauso wie ihre Ankündigung, künftig ihre Kollektionen nicht mehr im Schlussverkauf anzubieten.

Es wird sich zeigen, ob dadurch nicht sogar mehr in den Lagern bleibt, was schlimmstenfalls entsorgt werden muss. Weniger produzieren und vielleicht die eine oder andere Zwischenkollektion auszulassen, ist offensichtlich noch keine Option.

Solodebüt bei Fendi

Bei Fendi ging es ebenfalls um den Aufbruch in eine neue Zeit. Es war die erste Kollektion ohne Karl Lagerfeld. Seit 1965 hatte er das einstige Pelzlabel modisch geprägt. Doch da er die Kollektionen in der Regel gemeinsam mit Silvia Venturini Fendi entwarf, drohte kein Schock. Ihre Entwürfe hätten vielleicht “mehr Transparenz”, würden “etwas weicher, offener” sein, sagte Fendi im Vorfeld der “FAZ”. Und das waren sie dann auch.

In ihrem Solodebüt zeigte Fendi zunächst helle Naturtöne, aufgelockert von kraftvollen Blumendrucken im zweiten Teil der Show. Auch bei ihr sind Spuren der Siebzigerjahre zu erkennen, etwa die großen spitzen Kragen und Kombinationen aus dunklem Braun, Ocker und Grün.

Die angekündigte Transparenz zeigte sich zum einen in grobmaschigen Strickteilen im Netzlook. Kleider, Tops und Röcke sind mit lichten Einsätzen versehen oder komplett aus durchsichtigen Stoffen gefertigt. Mit diesen luftig leichten Elementen versehen kommt selbst ein Pelzmantel sommerlich daher. Das Fell beschränkt sich dann auf schräg verlaufenden Besatz über transparentem Grundstoff. Von Lagerfelds Haute Fourrure ist Fendi aber inzwischen weit entfernt. Das Material ist einfach nicht mehr gefragt.

Für Oberflächeneffekte sorgen nun Steppungen im Karomuster. Was an einem weißen Bolero – getragen über einer Wildlederbluse und hellbraunen Shorts – frisch aussieht, erinnert in der Kombination mit pastelligen Farben allerdings teilweise an Tagesdecken. Diese Stücke gehören definitiv nicht zu den stärksten der Kollektion, die insgesamt gelungen ist, aber gegen Ende noch Luft nach oben hatte.

Minimalismus bei Jil Sander

Von Anfang bis Ende stimmig war die Parade im Innenhof des barocken Palazzo Brera, wo Luke und Lucie Meier vorführten. Mit seiner neuen Jil-Sander-Kollektion entfernt sich das Paar noch ein Stück weiter vom kühlen Minimalismus der Hamburger Firmengründerin. Die präzisen Schnitte und die subtilen Details sind noch da, genauso die neutralen Farben wie Schwarz, Weiß oder Dunkelblau.

Aber es gibt eben auch auffällige Akzente wie sich in Fransen auflösende Elemente oder innovativ interpretierte Spitze. Schwarze Anzugjacken werden über fließenden Kleidern derselben Farbe getragen, oder solchen mit psychedelischen Prints. Ein ärmelloser Blazer mit passender Hose lässt asiatische Einflüsse erkennen, während ein hochgeschlossenes Kleid mit Raffung an der Hüfte ein wenig an römische Vestalinnen erinnerte.

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