Connect with us

Geschäft

Wettbewerbsfähigkeit: Neun Unternehmen arbeiten am geheimen Deutschland-Pakt

Published

on

Wirtschaft Wettbewerbsfähigkeit

Neun Unternehmen arbeiten am geheimen Deutschland-Pakt

| Lesedauer: 3 Minuten

23.05.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, nimmt an der Hauptversammlung der Deutschen Bank in der Frankfurter Festhalle teil. Foto: Arne Dedert/dpa [ Rechtehinweis: picture alliance/Arne Dedert/dpa ] 23.05.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, nimmt an der Hauptversammlung der Deutschen Bank in der Frankfurter Festhalle teil. Foto: Arne Dedert/dpa [ Rechtehinweis: picture alliance/Arne Dedert/dpa ]

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing ist der Initiator der “Initiative der Deutschen Wirtschaft”

Quelle: picture alliance/dpa

Neun Konzerne schließen sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu einer „Initiative der Deutschen Wirtschaft“ zusammen. Gemeinsam wollen sie die Wettbewerbsfähigkeit des Landes stärken. Nun werden erste Details bekannt. Und Kritik.

Neun deutsche Konzerne arbeiten nach Informationen von WELT AM SONNTAG an einem geheimen Plan, der die Wettbewerbsfähigkeit des Landes stärken soll. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat dafür die „Initiative der Deutschen Wirtschaft“ gegründet. Diese will der Politik mit eigenen Vorschlägen unter die Arme greifen.

Zu den teilnehmenden Unternehmen zählen neben der Deutschen Bank auch Axel Springer (WELT, „Bild“), Bayer, Daimler, Deutsche Börse, Lufthansa, SAP, Siemens und Trumpf. „Jetzt handeln – gemeinsam für ein zukunftsfähiges Deutschland in Europa“, ist der Titel eines unveröffentlichten Positionspapieres vom 21. August, das WELT AM SONNTAG vorliegt und an dem weiter gearbeitet wird.

Deutschland verliert erstmals seit 2005 an Attraktivität

Ausländische Investoren haben ihr Engagement in Deutschland nach einer aktuellen Studie merklich reduziert. Zugleich ist die Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen gewachsen, wie aus einer europaweiten Standort-Attraktivitätsstudie hervorgeht.

Auf etwas mehr als vier Seiten erörtern die Experten fünf Schwerpunktthemen. Dabei geht es unter anderem um die Nutzung von Daten, die Ausbildung von Mitarbeitern, die Frage, wie man Erfindungen schneller an den Markt bringt, und um Investitionen.

Pakt beschlossen

Deutsche-Bank-Chef Sewing hatte im Januar am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos in vertraulichen Gesprächen mit anderen deutschen Wirtschaftsbossen für eine gemeinsame Initiative geworben. Anfang April hat es dann ein geheimes Treffen in der Bankzentrale in Frankfurt gegeben, bei dem die Konzernlenker einen Pakt für Deutschland beschlossen.

„Miteinander reden allein reicht nicht. Gemeinsames Handeln ist gefragt“, lautet das Credo der Initiative. Lösungsvorschläge gebe es zwar viele, heißt es in dem Positionspapier. Doch allzu oft betonten sie Partikularinteressen ihrer Absender.

Lesen Sie auch

Deutschland, Hamburg, Kranlandschaft bei Sonnenuntergang am Hafen. Getty ImagesGetty Images

Sie unterstützten das eine oder andere Ziel oder eine bestimmte Technologie und verlören das große Ganze aus den Augen. „Was wir deshalb brauchen, ist die viel zitierte ganzheitliche Perspektive über Chancen und Risiken einzelner Entwicklungen, aber auch ihres Unterlassens“, heißt es in dem Papier.

Um die Zukunft Deutschlands in einem starken Europa auf Basis einer neuen internationalen Wirtschaftsordnung zu sichern, brauche es Mut, Tatkraft und Entschlossenheit, schreiben die Autoren. „Deshalb treten wir – eine Gruppe deutscher Firmenlenker aus börsennotierten genauso wie aus inhabergeführten mittelständischen Unternehmen – auf den Plan. Wir Unternehmen müssen mit konkreten Vorschlägen vorangehen und in Zukunftsfelder wie Mobilität, Biotechnologie oder künstliche Intelligenz investieren.“

Es gibt auch Kritik

„Wir arbeiten gemeinsam an Ideen, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas zu stärken“, heißt es aus dem Kreis der beteiligten Unternehmen. Einige zweifeln aber laut Informationen von WELT AM SONNTAG am Erfolg der Initiative. „Das Papier kommt mit viel Tamtam daher“, sagt ein Insider.

Lesen Sie auch

Generation Z

Die Vorschläge aber seien viel zu unkonkret. „Zum Megathema Klimawandel steht kaum etwas drin in dem Schreiben“, lautet ein Kritikpunkt. Es strotze nur so von Allgemeinplätzen. „Unsere Vermutung ist: Die Deutsche Bank mit all ihren Problemen versucht in erster Linie, ihren Chef positiv zu positionieren.“

Andere Unternehmen wiederum seien wohl nur Sewing zuliebe dabei. „Man spürt deutlich, dass einige nur mitmachen, weil sie Sewing mögen und weil er dringend ein Erfolgserlebnis braucht“, sagte ein weiterer Kritiker. Mitte Oktober will die Runde sich erneut treffen und sich darauf verständigen, wie es weitergeht.

Dieser Text ist aus der kommenden WELT AM SONNTAG. Wir liefern sie Ihnen gerne regelmäßig nach Hause.

P1

Quelle: Welt am Sonntag

Continue Reading
Click to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *